Machen Sie mit bei der bürgerwissenschaftlichen Erfassung uralter Apfelbäume
Sie kennen einen sehr alten Apfelbaum – vielleicht bei Ihnen im Garten, auf einer Streuobstwiese oder am Ackerrand? Dann werden Sie Teil unseres Projekts und helfen Sie mit, einen besonderen Schatz zu bewahren: die Methusalem-Apfelbäume.
Warum diese alten Bäume so wichtig sind Hochstämmige Apfelbäume können viele Jahrzehnte alt werden. In dieser Zeit spenden sie nicht nur Äpfel, sondern bieten auch Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Sie stehen auf starkwüchsigen Wurzelunterlagen – das sind robuste Wurzelsysteme, die ihr Wachstum und ihre Langlebigkeit ermöglichen. Einige dieser Bäume sind heute über 100 Jahre alt. Solche „Methusalem-Apfelbäume“ sind selten – und wertvoll. Denn sie stammen aus einer Zeit, in der noch viele verschiedene Wurzelunterlagen gezüchtet und veredelt wurden. Diese Vielfalt ist inzwischen fast verschwunden. Aber: In den alten Bäumen lebt sie weiter.
Jetzt zählt jede Meldung Viele dieser alten Bäume sterben bald ab – und mit ihnen geht wertvolle genetische Vielfalt verloren. Deswegen müssen wir sie jetzt erfassen. Unser Ziel ist es, die Bäume und ihre Wurzelunterlagen zu dokumentieren. Denn sie könnten helfen, neue, klimafitte Apfelbäume zu züchten. Für Streuobstwiesen, Gärten, Alleen – und vor allem auch für moderne Agroforstsysteme. Agroforst verbindet Baumkulturen mit Landwirtschaft. Dort ist Platz für große, robuste Bäume, die langlebig sind, wenig Pflege brauchen und hochwertige Früchte liefern – für Saft, Most, Cider, Apfelmus oder Apfelringe.
Wie läuft das Projekt ab? Wir erfassen bis zum Herbst Apfelbäume in ganz Deutschland – und darüber hinaus. Dafür gibt es einen digitalen Erfassungsbogen und eine Papier-Version zum Mitnehmen, falls vor Ort kein Internet verfügbar ist.
Alle Daten werden in einer Datenbank gesammelt. Dort fließen später auch Boden- und Wetterdaten mit ein. So lässt sich herausfinden, welche Bäume besonders interessant für weitere Untersuchungen sind.
Ihre Daten sind dabei geschützt: Standort und Kontakt werden nicht veröffentlicht, damit keine unerwünschten Nachfragen an Sie oder Ihren Baum gerichtet werden.
In einem nächsten Schritt können besonders vielversprechende Wurzelunterlagen vegetativ vermehrt werden – zum Beispiel über Stecklinge oder Wurzelschnittlinge. So lässt sich ihre Genetik sichern und erhalten – für die Zukunft der Landwirtschaft und Ernährung.
Warum geht es nicht nur um Sorten – sondern um Wurzeln? Oft wird über alte Apfelsorten gesprochen. Aber mindestens ebenso entscheidend ist, was unter der Erde wächst: die Wurzelunterlage. Sie beeinflusst Widerstandskraft, Nährstoffversorgung, Gesundheit – und sogar Geschmack und Fruchtqualität. Heute gibt es nur noch eine Handvoll starkwüchsiger Unterlagen im Handel. Einige davon sind bereits selten. Der Schatz der genetischen Vielfalt liegt also bei den alten Bäumen – und wartet darauf, gehoben zu werden.
Wer kann mitmachen? Jeder! Egal ob Privatperson, Landwirt:in oder Streuobstfreund:in – jede Meldung zählt. Auch kleinere oder beschädigte Bäume können wichtig sein. Entscheidend ist ihr Alter und ihre Herkunft. Ob knorriger Riese oder zäher, unscheinbarer Überlebenskünstler: Jeder alte Apfelbaum kann ein Methusalem sein.