Mit Kompensationsmaßnahmen Obstbäume erblühen lassen

Streuobst-Kompensationstagung 2025 in Hannover

Unser Rückblick: Videos, Folien und neue Vernetzungsgruppe online!

Kompensationsmaßnahmen mit Streuobst enden oft mit verkümmerten Bäumen.

Wie können sie wirklich wirken – für Natur, Landschaft und Menschen?

 

Die Streuobst-Kompensationstagung am 6. und 7. November 2025 lieferte Antworten zur Finanzierung, zur praktischen Umsetzung und zu zentralen Verfahrensschritten. Dafür brachten der BUND Niedersachsen und die BaumLand-Kampagne über 500 Vertreter*innen aus Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Praxis zusammen, davon mehr als 100 Teilnehmende vor Ort in Hannover. Gemeinsam entwickelten sie Perspektiven für dauerhaft gepflegte Streuobstwiesen, die Artenvielfalt, Klimaschutz und Landschaftsbild gleichermaßen stärken.

 

In seiner Eröffnungsrede betont Christian Meyer, niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Streuobstwiesen sind besonders artenreiche Kulturbiotope und daher besonders wichtig für die Biodiversität.“

 

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen, unterstreicht: „Kompensationsmaßnahmen können einen wichtigen Beitrag leisten, um diese besonderen Lebensräume zu erhalten. Dafür muss eine langfristige und bestandsgerechte Pflege der Obstwiesen mit einer auskömmlichen Finanzierung sichergestellt werden.”

 

Dr. Benedikt Ehrenfels von der BaumLand-Kampagne fordert: „Die Baumbestände sind der blinde Fleck in den meisten Verfahren. Deshalb müssen in allen Verfahrensschritten Anreize zur fachgerechten Baumpflanzung und –pflege gesetzt werden.“

Kompensation mit Streuobst

Wann lohnt sich das?

Streuobstwiesen bieten für nahezu alle Schutzgüter Aufwertungsmöglichkeiten. Wegen des hohen und dauerhaften Pflegebedarfs sind sie aber nicht in jedem Fall die sinnvollsten Maßnahmen. Insbesondere für Neuanlagen braucht es einerseits ein langfristiges Nutzungs- und Pflegekonzept; andererseits muss sich der große Aufwand für die Bewirtschafter:innen und Flächeneigentümer:innen auch lohnen. Im Vergleich zur Neuanlage sind Aufwertungsmaßnahmen in Streuobstbeständen besonders effektive, günstige und flächensparende Alternativen.

Baumbestände in den Blick nehmen

Fachgerechte Pflege und Standards

Eine Streuobstwiese wird nur dann ihren naturschutzfachlichen Wert ausprägen, wenn die Bäume so gepflanzt und gepflegt werden, dass sie auch ihr Höchstalter erreichen können. Leider stellen die wenigsten Verfahren das sicher. Das fördert eine Praxis von „pflanzen und vergessen“. Deshalb gilt es, Anreize zur fachgerechten Baumpflanzung und -pflege zu setzen. Dafür braucht es fachliche Mindeststandards, Qualifikationsnachweise, sowie Biotopwertverfahren, die eine fachgerechte Pflege belohnen und Bestandsaufwertungen fördern. Bisheriges Best-Practice-Beispiel ist das Handlungskonzept Streuobst Thüringen.

Unterstützung für Behörden und Praxis

Fruchtbringende Verfahren und Leitfäden

Kommunalbehörden und Praktiker:innen brauchen für eine wirksame Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen unterstützende Verfahren und Hilfestellungen. Um darin die oben genannten Punkte einzubringen, sind die Verbände und oberen Landesbehörden gefragt. Beispielsweise bietet das Handlungskonzept Streuobst Thüringen ein praxistaugliches Biotopwertverfahren, fachliche Mindeststandards und Antworten zu rechtlichen Fragestellungen. In Baden-Württemberg schafft ein Erlass Klarheit für Aufwertungsmaßnahmen in Beständen. Bei BaumLand setzen wir uns mit politischen Empfehlungen für bessere Verfahren ein und entwickeln einen Praxis-Leitfaden für Bewirtschafter:innen und Flächeneigentümer:innen.

Dankeschön!

Ein starkes Netzwerk für unsere Kulturlandschaft

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmer:innen für das große Interesse und Engagement und allen, die uns bei der Durchführung der Tagung unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt unserem Partner BUND Niedersachsen. Die Tagung wurde von der Bingo Umweltstiftung und der GLS Zukunftsstiftung Landwirtschaft teilgefördert.

So geht es weiter

Videos, Präsentationsfolien und weitere Zusammenarbeit

Streuobstwiesen können wirkungsvolle Kompensationsmaßnahmen sein. Mit der BaumLand-Kampagne werden wir uns weiterhin auf politischer Landes- und Bundesebene für die Verbesserung der Kompensationsverfahren einsetzen – damit Kompensation mit Streuobst auch fruchtet. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen.

 

Die Videos der Vorträge sind auf unserem YouTube-Kanal verfügbar! Die Folien zu den Vorträgen finden Sie hier. Sie wollen am Thema dranbleiben und sich direkt mit anderen Akteuren austauschen? Hier können Sie zur Vernetzung in die Telegram-Gruppe „Kompensationsmaßnahmen mit Agrargehölzen“ eintreten.

 

Das war das Programm

 

Zu den Videos

 

Zu den Folien

 

 

 

 

Zu fällen einen schönen Baum,
braucht’s eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert,
Braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert!

 

Eugen Roth (1895 – 1976)

Hintergrund

  • Entwicklung einer praxisnahen, ökologisch wertvollen Kompensationskultur
  • Vernetzung aller relevanten Akteur:innen im Kompensationsgeschehen
  • Wissensweitergabe zu Planung, Umsetzung und Pflege gelungener Maßnahmen mit Gehölzen und Streuobst
  • Austausch zu Herausforderungen wie Ökopunktehandel, Flächenverfügbarkeit und naturschutzfachlicher Qualität
  • Stärkung des Bewusstseins in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit für Kompensation als Chance für Biodiversität und Landschaftsentwicklung

Die Kompensationstagung richtet sich an alle, die Kompensationsmaßnahmen gestalten, begleiten oder von ihnen betroffen sind: Planer:innen, Behörden, Naturschützer:innen, Bewirtschafter:innen, Flächeneigentümer:innen, politische Entscheidungsträger:innen, Berater:innen und Vertreter:innen aus Wissenschaft und Praxis. Eingeladen sind auch alle, die sich für eine zukunftsfähige Gestaltung von Natur und Landschaft interessieren. Herzlich willkommen!

KOMPENSATIONS-LEITFADEN

Mit Kompensationsmaßnahmen sollen Eingriffe in Natur- und Landschaft ausgeglichen werden. Unser Leitfaden zeigt Grundstückseigentümer:innen, wie sie sich mit diesen Maßnahmen die Anlage von Gehölzen finanzieren lassen können. Der Leitfaden wird bei der Kompensationstagung am 6. & 7. November in Hannover vorgestellt.

 

 

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