ALLEEN

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ALLEEN UND BAUMREIHEN

Kulturgut und Lebensraum

Alleen als Teil der Kulturlandschaft

Wie viele Alleenkilometer gibt es noch? Erfahren Sie Spannendes zum Alleenbestand , zur Geschichte und zum Rückgang der grünen Verbindungslinien.

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Was Alleen brauchen

Alleen haben Zukunft – mit praxistauglichen Vorschriften, fachgerechter Pflege und klaren Schutzgesetzen.

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Baumpflege im Fokus

Fachgerechte (Jung)Baumpflege ist das A&O für langlebige Alleen und weniger Konflikte mit Nebennutzenden.

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Förderübersicht

Erhalten Sie alle wichtigen Informationen für den Erhalt und die Pflege von Alleen.

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ALLEEN ALS TEIL DER KULTURLANDSCHAFT

Alleen und Baumreihen an Straßen sind fester Bestandteil der Kulturlandschaft. Besonders in den nördlichen und östlichen Bundesländern prägen sie das Landschaftsbild und sind eng mit der regionalen Identität verbunden. Viele dieser Baumreihen stammen aus vergangenen Jahrhunderten und wurden einst als Sichtachsen, Orientierungshilfen oder zur Strukturierung von Gärten angelegt. Sie schützten Reisende vor Wind und Wetter, lieferten Brennholz und Obst und stabilisierten unbefestigte Wege durch ihre Wurzeln. Blätter wurden als Streu und Tierfutter genutzt.

Noch heute sind Alleen mehr als schöne historische Zeugnisse. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, produzieren Sauerstoff und bieten Lebensraum für viele Tierarten. Alte Bäume mit Hohlräumen dienen als Unterschlupf für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Baumreihen entlang von Straßen mindern Lärm, spenden Schatten und verbessern das Mikroklima. Zudem tragen sie als natürliche CO₂-Speicher aktiv zum Klimaschutz bei.

ALLEEN VERSCHWINDEN

Trotz ihrer ökologischen und kulturellen Bedeutung verschwinden in Deutschland immer mehr Alleebäume. Vor allem der Straßenbau bringt die Baumkorridore in Bedrängnis: Viele alte Baumreihen müssen breiteren Fahrbahnen weichen – oft wird an derselben Stelle kein Ersatz gepflanzt. Vorschriften der Verkehrssicherheit, wie die Abstandsregelungen von bis zu 12 Metern zwischen Straßenrand und neuen Bäumen erschweren Neu- und Nachpflanzungen. Flächen neben der Straße werden oft landwirtschaftlich genutzt und können nicht einfach mit Bäumen bepflanzt werden.

 

Unseren noch vorhandenen Alleen geht es nicht gut. Fehlende oder falsche Baumpflege reduziert die Lebenserwartung von Alleebäumen erheblich. Zudem sind Straßen Extremstandorte: Bodenverdichtung, Trockenstress, Streusalz, Schadstoffe und klimatische Veränderungen setzen den Bäumen zu und erfordern intensive Pflege. Viele Kommunen und Straßenbaulastträger haben nicht genügend finanzielle Mittel, um Bäume fachgerecht zu pflegen und zu schneiden.

ALLEEN FAKTEN

  • Deutschland verfügt über rund 20.000 Kilometer Alleen und etwa 70.000 Kilometer einseitige Baumreihen.
  • Seit 2006 ist die Länge der Alleen um fast 30 % gesunken – von 27.500 Kilometern auf 20.000 Kilometer im Jahr 2023.

 

  • Brandenburg hat mit 4.332 Kilometern die meisten Alleen, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 4.001 Kilometern.
  • Linden sind die dominierenden Alleebäume in Deutschland, gefolgt von Ahornarten.
  • Alleen bieten in Deutschland etwa 90 Brutvogelarten geeignete Brutplätze.

 

WAS ALLEEN BRAUCHEN

Alleen brauchen Schutz, fachgerechte Pflege und gesicherte Finanzierung von Nach- und Neupflanzung. Damit Alleen als grüne Lebensadern erhalten bleiben, sind politische und wirtschaftliche Maßnahmen nötig. Dazu gehören:

 

  • Rechtlicher Schutz und verpflichtende Bestandserneuerung für alle Alleen und Baumreihen in Deutschland
  • Überarbeitung der straßenbaulichen Vorschriften (ESAB 2006 und RPS 2009) und Förderprogrammen, um Neuanlagen von Alleen zu erleichtern
  • Fachgerechte Pflege und langfristige Betreuung junger Bäume (über 15 – 25 Jahre)
  • Verlässliche Finanzierung von Neupflanzung, Nachpflanzung und Alleebaumpflege

 

Hier finden Sie unsere Handlungs- und Finanzierungsempfehlungen für Alleen:

 

Handlungs- und Finanzierungsempfehlungen Alleen

BAUMPFLEGE IM FOKUS

Ohne fachgerechte Pflege sinkt die Lebenserwartung von Alleebäumen erheblich. Unsachgemäßer oder zu später Schnitt und falsche Schnitttechnik verursachen große Wunden an den Bäumen, die anfällig für Pilze und Schädlinge werden.

 

Um die erforderliche Stammhöhe von Straßenbäumen (das „Lichtraumprofil“) langfristig und baumschonend zu erreichen ist eine konsequente Jungbaumerziehung in den ersten 15 – 25 Jahren nötig. Die BaumLand-

Kampagne setzt sich in Zusammenarbeit mit der Obstbaumschnittschule für das Modell des selektiven Aufastens nach M. Grolm ein – ähnlich dem bekannten “Holländer Modell” der Jungbaumerziehung. Dabei wird die Krone Jahr für Jahr gezielt nach oben gezogen, wobei auf kleine Wundgrößen und das richtige Wundverhältnis geachtet wird. Das Ergebnis: ein gesunder, langlebiger Baum mit hoher Krone und stabilem Stamm.

4 ELEMENTE DES SELEKTIVEN AUFASTENS (nach M. Grolm)

  • Klares Ziel für die finale Kronenhöhe (Lichtraumprofil beachten)
  • Schnitt alle 1 – 4 Jahre in den ersten 15 – 25 Jahren, je nach Zuwachs
  • Geschnitten wird von oben (Baumspitze) nach unten (Kronenansatz)
  • Konsequente Schnittführung anhand Wundgröße und Wundverhältnis

 

Wurde die Jungbaumerziehung nicht rechtzeitig durchgeführt, kann ein alter Baum unter Umständen noch baumschonend „mehrstämmig aufgeastet“ werden.

FÖRDERÜBERSICHT

Förderansätze für Alleen und Baumreihen

Einige Bundesländer haben bereits vielversprechende Förderprogramme für den Erhalt und die Pflege von Alleen und Baumreihen initiiert. Wir von BaumLand haben Förderprogramme aller Flächenbundesländer untersucht und eine Übersicht erstellt. Hier finden Sie unsere Förderübersicht:

 

 

Finden Sie die passende Förderung – unsere Förderübersicht